PONSETI-Methode
Mit der konservativen Klumpfußbehandlung nach Ponseti lässt sich bei Säuglingen heutzutage in ca. 90% der Fälle ein größerer operativer Eingriff vermeiden. Durch den großen Erfolg dieser Behandlungsmethode in der Therapie des kongenitalen Klumpfußes ist diese Methode in Europa immer mehr auf dem Vormarsch.
Die Ponseti-Methode beruht zunächst auf einer wöchentlichen Gipsredression. Dank des schonenden Gips-Redressments, d.h. der stückweisen Korrektur der Fußfehlstellung durch Dehnen und anschließenden Eingipsen, erspart die Ponseti-Methode aufwendige Operationen.
Operationen bergen die Gefahr von Narbenbildung, Gelenksteife und Muskelschwäche. Im Mittelpunkt der Therapie von Ponseti dagegen steht die Funktionsfähigkeit des Fußes: Verschiedene wissenschaftliche Studien belegen den Erfolg dieses schonenden und doch so wirkungsvollen Therapiekonzeptes.
Die Behandlung des Klumpfusses (engl. Clubfoot) sollte am besten innerhalb der ersten zwei Lebenswochen beginnen, um den Vorteil der anfänglich hohen Elastizität von Bändern und Gelenkkapseln für die Therapie zu nutzen. Ein Gips wird nach jeder Behandlung angelegt, um die erreichte Korrektur zu halten. Hierbei werden die einzelnen Fußknochen graduell in ihre richtige Position gebracht. Fünf bis sechs Gipse reichen normalerweise aus, um die Klumpfußdeformität zu korrigieren.
Dabei wird der Fuß etappenweise nach außen rotiert und zwar 4-5 Wochen lang jede Woche ein kleines Stück. Er wird hinterher mit einem Gips fixiert, der von den Zehen bis zum Oberschenkel reicht. So werden in der ersten Phase Hohlfuß und Sichelstellung korrigiert sowie der Rückfuß eingestellt. Ganz zuletzt wird der Spitzfuß gerichtet. Eine percutane Achillessehnen-Tenotomie ist in etwa 80% der Fälle zur Korrektur des verbleibenden Spitzfußes notwendig, wobei die Achillessehne über eine Stichinzision durchtrennt wird. Dies ist ein gefahrloser Eingriff, dem die rasche Regeneration der Sehne folgt. Nach dem Eingriff wird ein letzter Gips in maximaler Dorsiflexion und Abduktion (d.h. Anhebung des Spanns und Außenspreizung) für ca. 3 Wochen angelegt. In der nun folgenden Therapiephase wird durch Einsatz der Carbonfaserschiene ein Rückgang in die frühere Fehlstellung vorgebeugt.
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Neue Wege in der Klumpfußbehandlung